Informelle Malerei

Begriff "Informel"

 

auch "Art informel" (französisch: formlose Kunst), Strömungen

 

innerhalb der modernen gegenstandslosen Malerei, die Mitte des 20. Jahrhunderts von Paris und New York ihren Ausgang nahmen.
Der Sammelbegriff, der auf den Ausstellungstitel Signifiants d'informel (Bedeutungen des Formlosen) zurückgeht, die in den fünfziger Jahren in Paris stattfand, bezieht sich auf verschiedene Tendenzen der abstrakten Malerei, die im Gegensatz zur geometrischen Abstraktion auf ein formales und kompositorisches Regelwerk verzichten und sich im spontanen Malakt zu verwirklichen suchen, wie den Tachismus (französisch tache: Fleck) des Malers Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, 1913-1951) oder das Actionpainting (Aktionsmalerei) Jackson Pollocks. Indem sie den Malakt an sich und nicht sein Ergebnis ins Zentrum rückte, war sie eher eine Arbeitsweise als ein eigentlicher Stil.


Ihren Ausgang nahm die informelle Malerei mit den Werken der École de Paris (Pariser Schule), wo sich zwei Richtungen etablierten: die gestische Malerei von Pierre Soulages, George Mathieu, Serge Poliakoff und Hans Hartung und die Gruppe um Jean Bazaine und Alfred Manessier, die aus der Landschaftsmalerei kam. Die deutsche Malerei zwischen 1945 und 1960 wurde von informellen Künstlern wie Emil Schumacher, Fred Thieler, Fritz Winter und Julius Bissier bestimmt. Fred Thieler drückte wohl den Inhalt der informellen Malerei am besten aus:


"Malen bedeutet für mich ein Erzeugnis zur Entstehung zu bringen, das, aus dem Malprozess entlassen, für den Betrachter wie den Maler selbst sich als Reflexion menschlichen Daseinserlebnisses darstellt."


In den USA rechnet man besonders den abstrakten Expressionismus eines Mark Rothko, Robert Motherwell, Barnett Newman oder Clyfford Still zur informellen Kunst. Künstlergruppen, die sich der informellen Kunst verwandt fühlten, waren Cobra (eine Künstlergruppe abstrakter Maler aus Copenhagen, Brüssel und Amsterdam) oder die Münchner Gruppen SPUR und WIR.


COBRA: das ist eine um 1948/1949 gebildete Malergruppe, benannt nach den Anfangsbuchstaben der Hauptstädte der Herkunftsländer Dänemark, Belgien, Niederlande (Copenhagen, Brüssel, Amsterdam) der Mitglieder Asger Jorn, Karel Appel, Constant, Corneille, Pierre Alechinsky , Eugène Brands, Lucebert und Anton Rooskens. Zu ergänzen sind folgende entscheidende Künstler des (deutschen) Informel, die, neben Hartung oder Schumacher, von nicht minder internationaler kunsthistorischer Bedeutung sind: Karl Fred Dahmen, K. O. Götz, Gerhard Hoehme, Bernard Schultze, K.R.H. Sonderborg, Fred Thieler und Hann Trier.


Entscheidend beigetragen zum Import des Informel nach Deutschland hat Hans Platschek, zusammen mit dem dänischen Maler Asger Jorn. Diese Zusammenarbeit fand hauptsächlich aufgrund einer darauffolgenden Initiative des Münchner Galeristen Otto van de Loo statt. Dieser hatte auch die Künstlergruppierungen SPUR und später WIR (noch etwas später auch die Gruppe Geflecht) im Sinne der (später weiterentwickelten) Informel-Theorie wesentlich gefördert.

 

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